
Früher liebte ich es, Reisig zu sammeln und zu schönen Bündeln zu verschnüren. Ich liebte es, im Winter nachts aufzuwachen und die Flammen im Holzofen neu zu entfachen – als Einziger wach unter dem Schweigen des Mondes.
Wenn der Ofen richtig heiss ist, sammeln sich die Gase der neuen Scheite unter dem Gewölbe. Plötzlich überfluten sie meine Augen wie Nordlichter: ein Tanz, eine Furie aus Wärme. Vor diesem Schauspiel kniend könnte ich mich endlos verlieren, durch den Raum reisen und mich im Zentrum des Kessels wiederfinden.
Manchmal ist es beinahe zu viel. Ich fürchte, diese Flammen, die sich nicht mehr zurückhalten lassen, könnten den alten kleinen Mehrzweckstall in Brand setzen.
Gefühle, Erinnerungen.
Da ist auch dieser aufgehende Teig, den ich verstehen muss und der sich neben dem Atem des Drachen wärmt. Dieser fermentierende Sauerteig, der so gut duftet. Die Roggenkugeln, die ich glätte, forme und wiege, damit es ihnen gut geht.
Dieses Wasser.
Diese Magie der Elemente.
Der sorgfältig gewählte Moment zum Einschiessen, nachdem die Ofensohle gründlich gereinigt ist und die Härchen auf der Hand versengt sind. Dieser riesige Besen, dieser Berg aus glühenden Kohlen.
Eines Tages werde ich wieder meinen eigenen Holzofen haben. Bis dahin ist jede Gelegenheit ein kleines Geschenk – wenn ich einige Brote in einem Feuer unter der Erde backen darf.
– L

